Traumafolgestörungen

Nicht die Ereignisse per se sind traumatisch, sondern diese können vielmehr auf bestimmte Personen traumatisierend wirken. Wie stark traumatisierend sie wirken ist einerseits von den objektiven Merkmalen des jeweiligen Ereignisses und andererseits von der Integrationsfähigkeit der Person (also ihrer mentalen Energie und mentalen Effizienz), ihren individuellen Verarbeitungsmöglichkeiten sowie ihrem subjektiven Erleben der Situation abhängig.

Objektive Merkmale des Ereignisses

Zu den objektiven Merkmalen traumatisierender Ereignisse zählen u.a.: die Vorhersehbarkeit, Intensität, Kontrollierbarkeit und  Aversivität. Das bedeutet, dass ein Ereignis umso traumatisierender wirkt, je weniger vorhersehbar es war, je weniger man es kontrollieren konnte, je intensiver es war und je negativer seine Auswirkungen waren. Außerdem wirken Ereignisse, die in Verbindung mit personaler Gewalt stehen deutlich traumatisierender, als beispielsweise Naturkatastrophen. Der Verlust einer Bindungs- bzw. Bezugsperson (durch z.B. Tod oder Verrat) spielt ebenfalls eine Rolle und ist in der Lage, das Traumatisierungsrisiko zu erhöhen. Auch Vernachlässigung und Missbrauch in der Kindheit wirkt sich stark schädlich aus, da diese sowohl die Entwicklung des Gehirns als auch neuroendokrine Funktionen nachhaltig beeinträchtigen. Es hat sich außerdem gezeigt, dass Ereignisse, die sehr lange dauern, sich häufig wiederholen (wie es im Falle von Missbrauch in der Kindheit oft der Fall ist), schwere körperliche Verletzungen zur Folge haben oder nur schwer nachzuvollziehen sind, von einer nahestehenden Person (z.B. primäre Bezugspersonen, Verwandte, Freunde) ausgeführt wird sowie sexualisierte Gewalt oder sadistische Folter beinhalten, mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Traumafolgestörungen führen.

Merkmale der Person

Merkmale der Person, welche eine wichtige Rolle für die traumatisierende Wirkung eines Ereignisses spielen sind u.a. bereits früher aufgetretene Traumatisierungen, Vernachlässigung in der Kindheit, das Geschlecht, das Alter, die Integrationsfähigkeit der Person, fehlende soziale Unterstützung, peritraumatische Dissoziationen und peritraumatische emotionale Reaktionen. Die Bedeutung, die man einem traumatisierenden Ereignis zuschreibt, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, v.a. für die Entwicklung einer PTBS.

 

Es hat sich gezeigt, dass je jünger die Person zum Zeitpunkt der traumatischen Erlebnisse ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Traumafolgestörungen (z.B. PTBS, komplexe PTBS, DIS). In der Kindheit ist die mentale Effizienz noch in einem unausgereiften Zustand, weshalb sie noch verstärkt auf Unterstützung angewiesen sind.

Faktoren, die die Entstehung einer Traumafolgestörung begünstigen

 Damit es zur Entstehung von Traumafolgestörungen kommen kann müssen mehrere Faktoren zusammenkommen:

 

  1.  Während des traumatischen Ereignisses  muss eine dissoziative Schutzreaktion auftreten. Diese wird auch als primäre Dissoziation bezeichnet.
  2. Das Ereignis kann nicht vollständig verarbeitet und integriert werden, es kommt also zu Störungen der Informationsverarbeitung.
  3. Es treten traumaassoziierte Symptome in Form von z.B.  Intrusionen, Übererregung oder Angstzuständen auf.
  4. Diese traumaassoziierte Symptomatik führt zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität und wichtiger Alltagsfunktionen.

 

 

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