Retraumatisierung

 

Unter einer Retraumatisierung versteht man eine erhöhte Symptombelastung (Exazerbation[1]), die nach einer erneuten Traumatisierung oder belastenden Situation hervorgerufen wird und von der betroffenen Person  nicht mehr bewältigt werden kann. Man spricht dann von einer Retraumatisierung, wenn bereits in der Vergangenheit ein Initial-Trauma vorgelegen hat, woraufhin sich das Vollbild einer Posttraumatischen Belastungsstörung entwickelt hat. Die Intrusionen beziehen sich hierbei auf das Initial-Trauma (Maercker, 2009).

 

Das Konzept der Retraumatisierung ist vor allem relevant in Zusammenhang mit psychotherapeutischen, juristischen und aufenthaltsrechtlichen Fragen, also z.B. bei der detaillierten Schilderung des traumatischen Ereignisses in einem Gerichtsverfahren, bei Expositionsübungen im Rahmen einer Psychotherapie oder aber wenn es um eine Rückführung des Kindes in seine Ursprungsfamilie, geht.

 

Insgesamt weisen Studien darauf hin, dass das detaillierte Berichten über traumatische Ereignisse (Orth & Maercker, 2004) sowie die Konfrontation mit trauma-assoziierten Stimuli (Heir & Weisaeth, 2006), keine Auswirkungen hat auf die Intensität der vorliegenden Symptome.

 



[1] Verschlechterung der Symptomatik